Häufige Fragen

Was ist eine "Selbsthilfefreundliche Gesundheitseinrichtung"

Selbsthilfefreundliche Gesundheitseinrichtungen fördern nachhaltig den Kontakt zwischen Patienten und der gemeinschaftlichen Selbsthilfe, also Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und den Selbsthilfekontaktstellen.

Sie erweitern zudem ihr ärztliches und pflegerisches Handeln durch das Erfahrungswissen der Selbsthilfe, indem Sie aktiv zum Erfahrungsaustausch einladen und die Selbsthilfe in die Schulung ihrer eigenen Mitarbeiter miteinbeziehen.

Selbsthilfefreundlichkeit ist damit ein Merkmal für ein hohes Maß an Patientenorientierung, weil Rückmeldungen aus der Selbsthilfe direkt zu Veränderungen und Verbesserungen in Behandlungsabläufen und Prozessen beitragen können.

Die Auszeichnung „selbsthilfefreundliche Gesundheitseinrichtung“ vergeben wir exklusiv an Gesundheitseinrichtungen, die unsere Qualitätskriterien Selbsthilfefreundlichkeit erfolgreich gemeinsam mit der regionalen Selbsthilfekontaktstelle und örtlichen Selbsthilfegruppen umsetzen.

Wer steckt hinter dem Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit?

In unserem Netzwerk haben sich Einrichtungen und Organisationen zusammengeschlossen, die Projekte oder Forschungsarbeiten zum Thema „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung in Einrichtungen des Gesundheitswesens“ durchgeführt haben und nun ihre Ergebnisse und Erfahrungen in einem gemeinsamen Verbund weiterführen wollen.

Unsere Netzwerkgründer sind:

  • GSP – Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Projekte mbH, die Projektgesellschaft des PARITÄTISCHEN Landesverbands Nordrhein-Westfalen, Wuppertal.
  • NAKOS – Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen
  • IMS – Institut für Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE)
  • BKK Bundesverband (BKK BV) und BKK Landesverband Nordrhein-Westfalen (BKK LV NRW, ab 01.07.2010 BKK-Landesverband NORDWEST)

Wir erhalten eine Förderung nach § 20 h SGB V. Zu unseren Förderern zählen der AOK Bundesverband, der BKK Dachverband, die BARMER und die Knappschaft.

In unserem Steuerungskreis unterstützt uns, neben den Förderern und Gründern, auch der Paritätische Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e.V., bei dem unsere Geschäftsstelle bis 2015 angesiedelt war.

Wer erhält die Auszeichnung "selbsthilfefreundlich"?

Die Auszeichnung „Selbsthilfefreundlichkeit“ wird an Gesundheitseinrichtungen vergeben, die die Qualitätskriterien Selbsthilfefreundlichkeit erfolgreich umsetzen.

Voraussetzungen
Erfolgreich ist die Umsetzung des Konzeptes dann, wenn

  • das Konzept in allen selbsthilferelevanten Abteilungen/Fachkliniken umgesetzt wird,
  • alle Qualitätskriterien Selbsthilfefreundlichkeit mit entsprechenden Zielen und mindestens ein bis zwei konkreten Maßnahmen hinterlegt sind.

Bewertung der Ziele
Die Beurteilung, inwieweit die vereinbarten Ziele erreicht wurden, erfolgt in einer „Selbstbewertung“ durch die am Qualitätszirkel Selbsthilfefreundlichkeit beteiligten Vertreter und Vertreterinnen der Selbsthilfe. Alle Ziele müssen seitens der Selbsthilfe mindestens als „überwiegend erreicht“ bewertet werden. Das Ergebnis wird in einem Abschlussprotokoll festgehalten und von allen Beteiligten unterzeichnet. Das Abschlussprotokoll ist ein zentrales Dokument für die Beantragung der Auszeichnung.

Auszeichnung und Gültigkeit
Die Auszeichnung besteht in Form einer Urkunde und des Logos „Ausgezeichnet vom Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit“.
Die Auszeichnung ist 2 Jahre lang gültig. Gesundheitseinrichtungen, die die Auszeichnung weiter führen wollen, müssen diese vor Ablauf der Gültigkeit erneut beantragen.

Was kostet die Auszeichnung?

Die Auszeichnung ist kostenpflichtig. Die Kosten betragen 950 € je Auszeichnung. Die Einnahmen werden für Maßnahmen zur Stärkung der Netzwerkmitglieder aus der Selbsthilfe verwendet, um diese in ihrer fachlichen Arbeit mit dem Konzeptansatz zu unterstützen.

Welche Vorteile bietet eine Mitgliedschaft im Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit?

Eine Mitgliedschaft ermöglicht Ihre Einbindung in das Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und unterstützt Sie bei der Umsetzung der Qualitätskriterien Selbsthilfefreundlichkeit. Mit dem Beitritt zum Netzwerk

  • erhalten Mitglieder das Logo des Netzwerks Selbsthilfefreundlichkeit,
  • wird das Mitglied auf der Internetseite des Netzwerks Selbsthilfefreundlichkeit geführt,
  • erhalten Mitglieder Zugang zum internen Bereich der Internetseite des Netzwerk, in dem sich Materialien und Handlungshilfen sowie Praxisbeispiele zur Umsetzung des Konzeptansatzes befinden,
  • kann eine Gesundheitseinrichtung die Auszeichnung ihrer Selbsthilfefreundlichkeit beantragen, sofern die Voraussetzungen hierfür erfüllt sind,
  • erhalten Mitglieder die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs und der Vernetzung.

Die Mitgliedschaft beginnt mit Unterzeichnung und Einreichung des Antrags bei der Geschäftsstelle. Sie kann jederzeit vom Mitglied beendet werden.

Ist die Mitgliedschaft im Netzwerk mit Kosten verbunden?

Nein. Die Mitgliedschaft im unserem Netzwerk ist grundsätzlich kostenfrei. Damit wollen wir sowohl interessierten Gesundheitseinrichtungen, als auch Aktiven der gemeinschaftlichen Selbsthilfe einen freien, niedrigschwelligen Zugang zum Handlungskonzept  ermöglichen.

Sie kaufen bei uns also nicht die „Katze im Sack“: Probieren Sie gemeinsam mit Ihren Kooperationspartnern aus, ob das Konzept hilfreich für die Gestaltung Ihrer Zusammenarbeit ist. Wenn ja, freuen wir uns, wenn Sie die Idee der Selbsthilfefreundlichkeit weiter tragen.

Als Gesundheitseinrichtung können Sie Ihr Engagement vom Netzwerk auch auszeichnen lassen. Unsere exklusive Auszeichnung ist kostenpflichtig.

Wo finde ich die nächste Selbsthilfekontaktstelle?

Sie suchen eine Selbsthilfekontaktstelle? In der Datenbank der NAKOS werden Sie fündig – hier sind in den Roten Adressen sämtliche Selbsthilfeunterstützungsstellen Deutschlands aufgeführt.